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Wein & Winzer

Weingut Max Ferd. Richter Jahrgang 2021 – Ein Retro Riesling Jahrgang?

Der Jahrgang 2021? Ein „Retro Riesling Jahrgang“ wie aus den 1960er sagt Constantin Richter, Juniorchef im alt eingesessen Weingut Richter. Na, was soll das denn heißen? Riesling wie vor 60 Jahren? Wie war denn der Riesling um Himmels Willen vor 60 Jahren?

Also eins steht schon mal fest. Im Weingut Max Ferd. Richter standen die Rieslingreben 1960 schon da, wo sie heute noch stehen! Denn das höchste Ass im Ärmel der Richter ́s sind ihre ur- uralten wurzelechten Reben. Ihr Trumpf Nummer zwei, die Toplagen! Allesamt Grand Cru bzw. Bonitätsklasse I in den alten Steuerkarten der Mosel. Der VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter) nennt das heute „Grosse Lage“ und zeichnet damit „intern“ die hochwertigsten deutschen Weinberge aus, auch wenn sich dieser Begriff für einen Spitzen Weinberg etwas unglücklich gewählt anfühlt.

In den letzten Weinjahren war das Klima stark vom Klimawandel geprägt, sprich Affenhitze und Trockenheit. 2018 klatschten noch alle in die Hände, es gab viel Ertrag, sogar RICHTIG viel Ertrag aber die Weine wirkten breit und wenig finessenhaft. Die Rieslinge waren sehr schnell zugänglich und genauso schnell werden sie wieder in sich zusammenfallen. Was ihnen fehlt ist die stützende Säure, die geht nämlich in den heißen Jahren flöten. Es gab selbstverständlich auch qualitative Ausnahmen, die gibt es ja immer!

Weingut Max Ferd. Richter Weinberg Schild

Anders 2021! Der Sommer war nass, kühl und trübe und bot trotzdem reichlich Sonnenstunden, aber eben ohne Hitze und Trockenheit, halt Sonne in Form von Licht. Klimatisch also ganz anders, eher so wie es die Regel in den 60igern des letzten Jahrhunderts gewesen ist, als es nicht selbstverständlich war, dass die Trauben am Stock voll ausreiften.

Der alte Richter, also Dr. Dirk Richter, Seniorchef im Weingut spricht im direkten Vergleich vom Jahrgang 1966. Da kann er sich noch supergut dran erinnern, das war sein erstes Jahr in der Bundeswehr, direkt im Anschluss ans Abitur. Zur Traubenlese wurde er beurlaubt und war aktiv bei der Ernte beteiligt, den Wein machte damals aber noch sein Vater, also Opa Richter, sozusagen! Geschmacklich schlägt der Jahrgang 2021 eine Brücke zum Jahrgang 1966, meint Richter Senior.

Und nun zum klimatischen Vorteil von kühleren nassen Jahren. Regen ist immer gut, wir wissen das Wasser die Grundlage allen Lebens ist, eben auch für die Reben. Wird der Schieferboden gut durchfeuchtet und bleibt gut durchfeuchtet, dann bindet sich an das Wasser die Inhaltsstoffe und Mineralien des Schiefers. Diese nimmt die Rebe in sich auf und kann Extrakt und Aroma in ihren Beeren einlagern ohne das das Mostgewicht durch die Decke geht. Das Ergebnis sind sehr lebendige, rassige und fruchtbetonte Riesling Weine die mit feinster Blume glänzen. Wichtig in diesen nassen Jahren ist der pflegliche und umgängliche Pflanzenschutz. Wenn dieser gewissenhaft ausgeführt wird und der Herbst lange trocken und sonnig bleibt, so wie 2021 oder eben 1966, dann läuft König Riesling zur Höchstform auf.

Weingut Max Ferd. Richter Weinlage Juffer Sonnenuhr

Der Riesling im Hause Richter, ist mit dem Jahrgang 2021 in eine neue Dimension eingetreten. Probiert man die Kabinette, kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Welch ein erfrischender kühler Genuss. Das Kabinett aus der Wehlener Sonnenuhr zeigt sich so nobel wie noch nie, in der Nase verhalten, am Gaumen aber hochfein mit höchster Eleganz und ewig lang. Das Kabinettstück aus dem Graacher Himmelreich ist karg, kantig und wild, zeigt richtig viel Schiefer und eine aparte Steinfrucht. Das Juffer -4- Kabinett stammt von über 80 Jahren alten Reben, wirkt dadurch etwas konzentrierter und reifer in seiner Art. Der Elisenberger Kabinett legt sich ganz schlank und leicht auf die Zunge, er ist der persönliche Liebling vom Seniorchef Richter und zeigt sich ganz klassisch, sprich Lagentypisch mit Frucht von roten Beeren, Stachelbeere, Holunder und Cassis.

Bei den Spätlesen wirkt die Juffer-Sonnenuhr etwas delikater und saftiger, die Sonnenuhr in Wehlen trägt dafür ein transparentes seidenes Schieferkleid und nimmt sich in ihrer Art ein Stück zurück, sie wirkt zurzeit noch etwas schüchtern, aber das wird sich mit etwas Flaschenreife bald ändern. Die Wehlener Sonnenuhr zeigt sich mit dem Jahrgang 2021 so oder so von erhabener Schönheit. Und was viele nicht wissen, die Brauneberger Juffer mit ihrer geringen Bodenauflage, profitiert sogar von feuchten Jahren, erst dann läuft sie zur absoluten Höchstform auf!

Beide Auslesen, sowohl Wehlener und auch Juffer Sonnenuhr sind kleine Meisterwerke des Moselriesling. Die Wehlener hat richtig viel Energie, ist schlank und apart, zeigt viel Rasse, ist vielschichtig und extrem ausdauernd. Die Auslese aus der Juffer-Sonnenuhr hat mehr Frucht im Bukett und ein schönes Spiel am Gaumen, wirkt etwas molliger als die energiegeladene Wehlener, zeigt sich aber sehr „wirkmächtig“ in ihrem langen Abgang. Die Wehlener sowie die Juffer bieten einen eindrucksvollen Lagencharakter und eine ewig lange Lagerfähigkeit.

Weingut Max Ferd. Richter Mosel Sonnenuhr

Die Ende November gelesene und in homöopathischer Menge erzeugte Trockenbeerenauslese aus der Wehlener Sonnenuhr stammt von 130-jährigen wurzelechten Reben und vereinigt in sich die hohe Konzentration der Alten Reben mit der Schieferwürze der Wehlener Sonnenuhr. Das ist die Krönung des Jahrgangs und absolute Riesling Perfektion im Glas, nicht gerade ein günstiges Erlebnis, dafür aber ein unvergessliches. Ein wahrhaft heiliges Riesling Unikat!

Zwei Tage vor Heiligabend griff dann Väterchen Frost mit seinen eisigen Klauen nach den Reben im Mülheimer Helenekloster und ließ bei minus 12°Celsius die Beeren am Stock gefrieren. Die hartgefrorenen und kerngesunden Beeren, erlaubten der Familie Richter nach fast zehn Jahren wieder einen Eiswein von der Kelter zu ziehen. In seiner Aromatik ein klassischer und rassiger Eiswein, strahlend und glasklar in seinem fruchtigen Spiel von Grapefruit, Quitte und Rhabarber.

Weingut Max Ferd. Richter Weinprobe

2021 zeigte sich als ganz klassischer (Retro-) Moseljahrgang. Die Reife setzte spät ein, die Trauben konnten lange am Stock ausreifen und wurden, wie es früher üblich war, erst Ende Oktober gelesen. Die höheren Prädikate sogar erst Mitte/Ende November. Die lange Reife erlaubte eine schöne Einlagerung von Aromen und Fülle in den Beeren, ohne auf hohe Mostgewichte angewiesen zu sein. Die Säure ist betont im Weinjahr 2021, das ist auch gut so, denn was ist Riesling ohne Säure? Es wird ein wenig dauern, bis sich die Säure in den Weinen intrigiert hat, aber dann sind es die perfekten Moselrieslinge, so wie man sie eben von früher kennt, zarte Leichtgewichte, mit fruchtiger Rasse und von feuriger Art.

Ihr werdet diesen Jahrgang lieben!

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