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Traben-Trarbach – Die goldene Stadt des Jugendstils

Wie mochte man sich zu den Anfängen des 19. Jahrhunderts gefühlt haben, wenn man auf einem Schiff der Moseldampfschiffahrtsgesellschaft oder mit dem Aussichtsswagon der Moseltalbahn von Trier kommend Traben-Trarbach erreichte? Man war sicherlich erstaunt und überrascht von dem eindrucksvollen Bild, das sich einem hier bot. In Moselberge und Täler reizvoll eingebettet, lag auf beiden Seiten des Flusses ein altes, doch mordern und fortschrittlich wirkendes, offensichtlich wohlhabendes Städtchen.

Der Beginn eines florierenden Weinhandels

Mit dem Beginn eines wirtschaftlich freien, bürgerlichen Unternehmertum im anbrechenden 17. Jahrhundert bildete sich in Traben-Trarbach schon früh ein unabhängiger, bodenständiger Moselweinhandel. Bedeutende Firmen und Weinhandelshäuser gründeten sich und legten den Grundstock für den späteren Glanz und die Herrlichkeit, von dem das Leben und das Bild der Stadt bis heute Zeugnis ablegen.

Weinblatt in Traben-Trarbach

Traben-Trarbach das Bordeaux an der Mosel

Um 1900 war die Doppelstadt Traben-Trarbach das größte Weinhandelszentrum im Deutschen Kaiserreich und stellte neben Bordeaux den größten Weinhandelsumschlagplatz der Welt dar. Der florierende Weinhandel mit Moselwein hatte ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Moselriesling hatte Weltruf. Die internationale Wertschätzung für die filigranen und mineralischen Riesling Weine von Mosel, Saar und Ruwer, erreichte ungeahnte Höhen. Es wurden Höchstpreise auf den Weinversteigerungen erzielt. Die Exportverbindungen der Handelshäuser ging in alle Welt. Ob Russland, Skandinavien, die USA, England, die Kolonien in Afrika oder selbst der ferne Osten war unstillbar durstig nach Moselriesling. Der kleine Ort an der Mittelmosel war nun fast ein Weltstädtchen.

Jugendstil-Tür in Traben-Trarbach

Die Belle Époque

Die Preise für Moselriesling stiegen ins Unermeßliche. Ihren immensen finanziellen Erfolg ließen die Weinhändler von Traben-Trarbach in Stein meißeln. Und das auf einzigartige und damals sehr moderne Art: Im Jugendstil. Entlang von Alleen und den Uferanlagen der Mosel entstanden so wundervolle wie ungewöhnliche Prachtvillen und Kellereigebäude. Jugendstil pur ist die Villa des Weinhändlers Adolph Huesgen. Die Baukosten beliefen sich damals auf eine Million Goldmark was umgerechnet heute rund neun Millionen Euro sind. Diese und andere prachtvollen Bauten, alle bis heute erhalten und aufwendig restauriert, geben dem kleinen Traben-Trarbach sein einzigartiges Flair.

Jugendstil-Erker in Traben-Trarbach

Fiat Lux – Es werde Licht!

Während das Deutsche Reich zu Beginn des 19.Jahrhunderts, schwach erleuchtet von Petroleumlampen, noch im mystischem halbdunkel lag, so erstrahlte Traben-Trarbach schon im elektrischen Licht. Die Zukunftsbeleuchtung war zu dieser Zeit nur wenigen großen Städten, wie zum Beispiel Berlin, vorbehalten. Ein Kohlekraftwerk versorgte in Traben-Trarbach schon ab 1890 neben der Straßenbeleuchtung auch Wohnungen und Betriebe mit Strom. Zur Zeit der Jahrhundertwende waren nahezu alle gewerbliche Unternehmen und die meisten Wohnhäuser der Stadt an das elektrische Versorgungsnetz angeschlossen. So war Traben-Trarbach eine der besten mit Elektrizität versorgten Städte im Deutschen Reich.

Weinkeller in Traben-Trarbach

Die Unterwelt

Zur Blütezeit von Traben-Trarbach, als die kostbaren Tropfen vom Riesling kreuz und quer in die ganze Welt verschifft wurden, hatten mehr als einhundert Weinhandlungen und Weinkellereien ihren Sitz in der Jugendstil Stadt. So wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Kapazitäten der Traben-Trarbacher Weinkeller wie in keiner zweiten Moselgemeinde vergrößert und große Flächen des Stadtkerns unterkellert. Die unterirdischen, teilweise mehrstöckigen und bis 100 meter langen Kellerensemble mit ihren mächtigen Säulen und Gewölbebogen hatten eine Gesamtlagerkapazität von mehreren hunderttausenden Litern. Heute lädt die Traben-Trarbacher Unterwelt zur spannenden Entdeckung der Geschichte des historischen Weinbaus und der alten Kellertechnik ein.

der klitzekleine ring in Traben-Trarbach

Der klitzekleine Ring

Vor mehr als einem Jahrzehnt gründete sich eine kleine Organisation am Rande der Mittelmosel, der klitzekleine Ring. Der klitzekleine Ring ist ein Zusammenschluss von 11 Weingütern in der Umgebung von Traben-Trarbach. Sie verbindet die Liebe zum Riesling ebenso wie der Wunsch, die Kultur der Region für nachfolgende Generationen zu bewahren. Ihr gemeinsames Ziel ist die Rettung und Pflege von wertvollen Steil- und Steilstlagen im Moseltal. Es sind vergessene altberühmte Weinbergslagen deren Bewirtschaftung im Laufe der Zeit aufgegeben wurden, da eine maschinelle Bearbeitung in den extrem steilen Lagen nicht gegeben war. Aufgrund ihres grandiosen Potentials haben sich die Mitglieder vom klitzekleinen Ring dazu entschieden, diese Weinberge unter enormen körperlichen Einsatz zu rekultivieren und sie aus ihrer Vergessenheit zu heben. Sie sichern so ein einmaliges weinbauliches Erbe, in einer der großartigsten Kulturlandschaften in der Welt. Die Gründungsmitglieder des klitzekleinen Rings lesen sich heute wie die Superstars des Mosel Riesling, es sind Namen wie Daniel Vollenweider, Weiser-Künstler, Martin Müllen oder das Weingut O., die alles daran setzen, ihre Idealvorstellung von einem lagentypischen und ausdrucksstarken Riesling zu verwirklichen.

Ortseingangsschild von Traben-Trarbach

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