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Weinguide

Namensherkunft von Weinbergslagen

Der Mensch verleiht seit Anbeginn seines Daseins allen Dingen einen Namen. Namen galten in alten Zeiten als etwas Ehrwürdiges, Geheimnisvolles, Heiliges, ja sogar etwas dem Zauberkraft innewohnte. Einige Namen wurden geheimgehalten, waren sogar „tabu“, wie der Name Jehovas im Alten Testament der Bibel oder der des Rumpelstilzchen im Märchen der Gebrüder Grimm. Auch die Namen von Weinbergslagen haben etwas eigenartiges Verborgenes an sich.

Ursprung Weinberg

In vielen Weinbergsnamen spricht sich auf eindrucksvolle Weise weinbäuerlicher Volksgeist aus. Oft phantasiereich und lebensfroh, ein anderes Mal ehrfürchtig und Gottgläubig. Aber von Verheimlichung ist bei ihnen keine Rede. Nicht um etwas zu verbergen, wurden sie ins Leben gerufen, vielmehr um etwas kundzutun. Ein Weinberg ist in zahllose ohne Nähte ineinander verwobenen Weinbergsparzellen aufgeteilt. Dass sich der Weinbauer in dem nicht abgeteilten Gemenge der Weinberge zurechtfand, wurde eine jede Weinbergsparzelle mit einen Namen kenntlich gemacht. Darum gibt es ihrer auch so unübersehbar viele.

Die Mosel und die Römer

Die Namensgeschichte der Moselweinberge beginnt schon in der frühen Römerzeit im Trierer Land. Der Keltenstamm der Moseltreverer kannte zwar den Wein aber nicht den Weinstock. Der Weinbau kam erst gegen Ende des 1.Jahrhunderts mit den Römern an die Mosel. Viele Weinbergsnamen halten bis heute den großen Verdienst der Römer am Moselweinbau lebendig. So die Römerlay als Großlage für das Ruwertal, der Römerberg in Oberbillig, die Römerquelle bei Zell oder der Römergarten bei Briedern.

Dionysische Fruchtbarkeitssymbole

Erstaunlich ist die Langlebigkeit uralter mythologischer Anschauungen, die als Überreste in moselanischen Weinbergsnamen weiterleben. Es sind die Zeugungskräfte der Natur die in Form von Tieren verehrt wurden. Da sind zunächst der Bock, die Geiß und das Zicklein. Ihre Namen sind bis heute häufig im Winzergebrauch: Geisberg, Zickelgarten und Bockstein in Ockfen an der Saar, der Geispfad bei Traben-Trarbach, der Bock in Ürzig oder der Bockskopf bei Kröv. Auch der Hase galt dem Weingott als heiliges Fruchtbarkeitssymbol. Die Lage Hasenläufer in Brauneberg, der Hasenberg in Perl und das Neumagener Häschen verweisen auf ihn als Ursymbol der Fruchtbarkeit dionysischer Kulte.

Weinbergslage Namenherkunft – Ziege

Theologie und Wein

Nach den Römern kamen die Kleriker. Die Kirche war lange Zeit der weitaus reichste Weingutsbesitzer an der Mosel – bis Napoleon kam. Napoleon ließ während seiner Besatzung des linksrheinischen Gebietes um die Jahrhundertwende vom 18. zum 19. Jahrhundert das Kirchen- und Klostereigentum versteigern, um seine demolierte Kriegskasse aufzufüllen. Von der verschwunden Weinheiligkeit der Kirche träumen noch die vielen Weinnamen der Schutzheiligen der Kirche und Klöster. In den Lagennamen spiegelt sich sogar die klerikale Hierarchie wider, vom Pfaffen bis zum Kardinal: Pfarrgarten (Bruttig), Domherr (Piesport), Domprobst (Graach), Bischofstuhl (Cochem), Dominikanerberg (Ruwer), Karthäuserhof (Ruwer), Maximin Grünhaus Abtsberg (Ruwer), Prälat (Mosel).

Die Schutzheiligen

In alten Zeiten stand, was den Mensch und seinen Lebensraum betraf, unter dem Segen Gottes. Einfache Gläubige schreckten jedoch vor Gott, dem allmächtigen Schöpfer, zurück und suchten bei jenen Schutz und Hilfe, die aus ihren Reihen kamen und vor Gott durch ein beispielhaftes Leben ihr Heil gefunden hatten. So wurden diese Heiligen oft zu Fürsprechern vor Gott. Es wundert nicht, das auch viele Weinbergsparzellen mit Namen von Schutzheiligen geschmückt sind. Da gibt es derer so viele, dass man schnell den Überblick verliert. Der heilige Agritius schmückt mit seinen Namen einen wertvollen Weinberg in Oberemmel an der Saar, ebenso der Euchariusberg in Konz, der seinen Namen dem ersten Bischof von Trier verdankt, obwohl es nicht bewiesen ist, ob dieser tatsächlich existiert hat. Der Laurentiusberg in Saarburg und Waldrach lässt uns an die Leiden des Hl. Laurentius erinnern, der auf einen Grill geröstet wurde und sich mit Witz bei seinen Richtern beschwerte das ihm friere. Die geschwungenen Bergketten der Mosel verehren auch Hubertus, Johannes, Martin, Matthias, Michael, Paulinus, Pertus, Rochus, Servatius, Stefan oder den Märtyrer Quirinus. Dagegen sind die Namen heiliger Frauen, wohl auch als Zeichen der alten Minderbewertung nur spärlich vertreten. Öfter findet man den Name der heiligen Maria. In der Weinbergslage Eitelsbacher Marienholz oder im Marienberg in Schoden findet sie ihre Verehrung als Schutzpatronin. Auch der Liebfrauenberg in Filzen an der Saar verdankt ihr seinen Namen. Die Weinbauern haben sich jahrhundertelang in der Fürsprache ihrer Heiligen geborgen gefühlt und ihnen vertraut. Sie lebten aus dem Glauben, das ihre Arbeit im Weinberg, ihr Alltagsleben und ihr Wohlergehen den Himmel nicht unberührt lasse.

Weinbergslage Namenherkunft – Schutzheilige

Die Klosterjungfern

Auch für die Frauenklöster bildetet der Weinbergsbesitz die Hauptgrundlage des Unterhaltes. Die Juffern, wie sie das Volk nannten, schätzten ihren Tafeltrunk aus eigenen theologischen Wachstum nicht weniger als die männliche Geistlichkeit. Nicht allzu fern von ihren Klöstern lagen auch ihre Weinberge, wie die von ihnen benannten Lagennamen noch heute beweisen. Die bekanntesten sind sicherlich die Juffer in Brauneberg, der Nonnenberg bei Bernkastel und die Marienburg an der Moselschleife bei Pünderich.

Weinbergslage Namenherkunft – Brauneberger Juffer Sonnenuhr

Wein und Blut

Weinbergsnamen mit christlich religiöser Klangfarbe sind zahlreich im Moselgebiet. Die Weinbergslagen Großer Herrgott in Wintrich, der Gottesfuß in Wiltingen und der Herrgottsrock in Pellingen dürften aus ihrer Nähe zu einem Bildstock mit der Darstellung des gekreuzigten Jesu zu erklären sein. Bei den Lagen Graacher Himmelreich und dem Paradies in Kröv liegt eher die Deutung nahe, das diese in Nachbarschaft zu einem Gottesacker (Friedhof) standen.

Weinbergslage Namenherkunft – Jesus am Kreuz

Von Reben und Rosen

Es gibt eine Vielzahl von Rosenberge an der Mosel. Das Rosengärtchen ist zum Beispiel eine trauliche Spielart genau wie die Rosenlay in Lieser und der Rosenhang als Großlage im Chochemer Krampen. Sicherlich spielte die Beliebtheit der anziehenden und Duft berauschenden Rose eine wichtige Rolle. Aber auch noch etwas Irreales spielte bei der Bevorzugung des Namens mit. Es ist die uralte mystische Beziehung zwischen Rebe und Rose.

Weinbergslage Namenherkunft – Jesus am Kreuz

Mehr Farbe im Wein

Die Farbennamen der Weinberge sind durchweg altüberliefert. Verdankt die Mosellandschaft ihre Anziehungskraft der abwechslungsreichen Gestaltung der Bergzüge, wie sollten da nicht auch Farbeindrücke im Wechselspiel der Jahreszeiten in den Lagennamen erscheinen. So gibt es denn: die Braunfels und Braune Kupp in Willtingen, den Brauneberg, die Grünhäuser bei Mertesdorf, die Rotlay bei Trier, den Weißenstein in Kues, die Roterd bei Neumagen und die Ürziger Schwarzlay. Zudem gibt es zahlreiche Goldlagen, wie der Goldberg in Wawern, die Wolfer Goldgrube oder das landschaftlich beeindruckende Goldtröpfchen in Piesport.

Weinbergslage Namenherkunft – Steine und Fels

Das Gold der Sonne

In der Anschauung der mittelalterliche Mystik besteht eine geheimnisvolle Verbindung zwischen der Sonne, der Weinrebe und dem Gold. Warum soll der Widerschein der Sonne nicht auch in Weinbergsnamen erstrahlen? Da wäre der Niedermenninger Sonnenberg, die Sonnenlay in Mülheim, die Lage Sonnengold bei Klotten oder die Hitzlay im Ruwertal. Auch die Weinbergsnamen Feuerberg (Ediger), Vom heißen Stein (Reil) und Funkenberg (Müden) verehren die Königin der Gestirne und erhoffen sich ihren Segen.

Die Sonnenuhren

Eine Besonderheit sind auch die die vielen Sonnenuhren, weil sie von der seit uralter Zeit als Gottheit verehrten Sonne ihr Dasein und und ihren Sinn empfängt, liegt auch auf ihr ein Glanz von Erhabenen, ja fast Sakralem. Mehrere Hundert dieser meist steinernen Zeitmesser dürfte es an der Mosel heute noch geben. Die berühmtesten von ihnen ist sicherlich die Wehlener Sonnenuhr und die Juffer Sonnenuhr im Brauneberg.

Weinbergslage Namenherkunft – Sonnenuntergang

Der Weinberg und das Federvieh

Zum Bild der Rebstöcke und Weinberge gehörten stets die Vögel, mit denen es der Weinbauer in freundlichem oder feindlichen Sinn zu tun hatte. Schon auf den alten Weinreliefs der Römerzeit haben neben prallen Trauben und nackten Knaben auch die naschhaften Vögel ihren angestammten Platz. Das sich bei all den natürlichen und bildlichen Beziehungen zwischen Weinberg und Vögeln, diese auch in den Weinbergsnamen eingenistet haben, verwundert nicht. Der Falkenberg in Piesport kennt das Bild der kreischenden über den Weinberg kreisenden Falken. Die Weinbergslage Adler bei Merl hält das Bild des majestätischen Adler lebendig, der schon lange nicht mehr seine Schwingen über die Hügel der Mosel ausbreitet. Da ist noch die Gäns bei Kobern und die Lage Taubenhaus und der Hühnerberg in Traben-Trarbach, die Geierslay in Wintrich oder die Falklay in Reil.

Weinflasche und Etikett

Zu Handelszwecken bekanntgegebene Weinlagen, die ein bestimmtes Rebgelände bezeichnen, gibt es erst, seit Weinflasche und Etikett beisammen gefunden haben. Die Flasche aus Glas in ihrer heutigen schlanken Form gibt es erst zu Beginn des 19.Jahrhunderts. Es wurde begonnen, die Weine im Verkauf nach den Weinlagen zu benennen, in denen sie gewachsen sind, um so Auskunft über ihre Güte zu geben.

Maximin Grünhaus 1884 Riesling Weinflasche

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